Nissan Skyline & GTR
 

 


Allgemeines
 

Neben dem Lancer Evolution ist wohl kaum ein anderes japanisches Auto bei Sportwagenfans so bekannt wie der Nissan Skyline GTR. Doch erst ein wenig Geschichte...

 

1. Generation 1957-1962

Erstmals lanciert wurde der Skyline 1957 unter der internen Modellbezeichnung ALSI-1 (Topmotorisierung: 1,5l mit 60/70PS). Das Design war durchaus vom damaligen Chevrolet Bel Air inspiriert, jedoch verfügte das Auto über eine für diese Fahrzeugklasse ungewöhnlich moderne De Dion Hinterachse... in einer Zeit wo selbst europäische Nobel- und Sportwagen noch mit Starrachsen rumfuhren.

1958 folgte das facegeliftete Modell ALSI-2 welches die Motoren seines Vorgängers übernahm, nun aber "amerikanischer" wirkte... eine Stilrichtung der sich damals auch die Europäer nicht entziehen konnten.

Man kann sich darüber streiten ob man den ab 1961 angebotenen BLRA-3 als eigenständiges Modell bezeichnen und überhaupt zur 1. Generation zählen will oder nicht, so gänzlich anders sieht er aus. Wer ihn mit den Lancia-Modellen aus derselben Zeit vergleicht, liegt nicht falsch. Das Blechkleid des BLRA-3 stammte nämlich aus der Feder Michelottis. Um dem Design in nichts nachzustehen, kam ein 1,9l Motor mit 96PS zum Einsatz.
 

2. Generation 1963-1968

Der neu gestylte S50 war der erste auf breiter Ebene erfolgreiche Skyline, die Stückzahlen übertrafen die des Vorgängers um nahezu das dreifache. Technisch gab es vorerst nichts neues.

Der von 1965 bis 1968 gebaute S54A/S54B kann getrost als Meilenstein und Wegbereiter für den GTR bezeichnet werden. Der um 8 Zoll verlängerte Radstand verlieh der ursprünglich vom S50 stammenden Karosserie zwar ein eher ungewöhnliches Aussehen, schaffte aber Platz um im sogenannten 2000 GT-A bzw. GT-B einen 105PS starken Sechszylinder einzubauen. Eine optionale Variante hatte dank 3 Weber Doppelvergasern gar 127PS. 1967 wurde mit dem S57 ein aufgewärmter S50 präsentiert, der nun über einen moderneren 1,5l Motor mit einer obenliegenden Nockenwell und für damals in dieser Hubraumklasse beachtlichen 88PS aufwarten konnte.
 

3. Generation 1968-1972

Der 1968 präsentierte C10 übernahm in der Basisausführung den erstmals im S57 präsentierten 1,5l OHC Motor. Da der C10 im Gegensatz zum S50/54 von Anfang an ebenfalls für einen 6-Zylinder Motor ausgelegt war, kam 1969 der aus dem S54 bekannte Motor hier endlich in einer ansehnlicheren Karosserie zum Einsatz.
Ebenfalls 1969 debütierte der erste echte GTR mit einem 2l 6-Zylinder DOHC Motor, welcher 160PS produzierte.
Die GTR Limousine lief unter dem Code PGC10, das Coupe KPGC10... besser bekannt als "Hakosuka" legte er den
Grundstein einer Legende und ist bei Sammlern sehr begehrt

 

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4. Generation 1972-1977

Der C110/GC110 wurde auf den Exportmärkten unter anderem als Datsun 160K, 180K und 240K bekannt. Der unter der Bezeichnung KPGC110 laufende GTR wurde nur von 1972 bis März 1973 gebaut, ehe ihm die Ölkrise ein Ende bereitete... die 197 gebauten Exemplare sollten bis 1989 die letzten Ihrer Art bleiben.

 

 

5. Generation 1977-1981

In der C211/GC211 Baureihe ersetzte der GT-ES den GTR als bisheriges Spitzenmodell. Für einen 2l Turbomotor war die Leistung mit 145PS eher konservativ... also passend zum Design des Autos. Zumindest rettete er den Namen "Skyline" in die 80er.
 

 

6. Generation 1981-1985

Eine wahre Modellflut wurde mit dem R30 ausgelöst, nicht weniger als 26 Varianten wurden dank 4 Karosserie- und 8 Motorversionen möglich. Der GT-ES wurde durch einen etwas weniger gut ausgestatteten 2000RS mit 2l 140PS Motor abgelöst. Die Spitze stellten der RS-X (2l DOHC Turbo mit 190PS) sowie der RS-X TURBO C (dito, jedoch 205PS dank Ladeluftkühler) dar.
 

 

7. Generation 1985-1992

Einen Umbruch stellte die Modellreihe R31 dar. In ihm kamen erstmals die neue RB Motorenreihe (jedoch nur als 2l Turbo und 3l Sauger) und unter anderem die HICAS genannte Vierradlenkung zum Einsatz. Topmodelle waren GTS TURBO sowie GTS-X mit 2l Turbomotor und 180 bzw. 190PS. Eine besondere Stellung nimmt das auf 800 Exemplare limitierte Modell GTS-R ein, dessen Motor 210PS leistete.

 

 

8. Generation 1989-1994

Mit dem R32 kam nun endlich auch der GTR zurück, und das gleich richtig. Der RB26DETT genannte Motor
welcher die Modellreihe legendär machen sollte, leistete gemäss einer von japanischen Automobilherstellern selbstauferlegten Limitierung 280PS... streute aber in der Regel nach oben.
Vierradlenkung und ein Allradantrieb, welcher flexibel 0-50% des Drehmoments an die Vorderachse leitete, halfen das ganze unter Kontrolle zu halten.
Auch äusserlich legte man die Zurückhaltung vergangener Jahre ab. Breitere Kotflügel und rote GTR Embleme
liesen keinen Zweifel daran, vor welchem Modell man steht.

 

 

9. Generation 1993-1998

Der R33 GTR war minimal grösser und schwerer als sein Vorgänger und konnte nicht im grossen Stil an die sportlichen Erfolge des R32 anknüpfen. Jedoch muss man sagen, dass er damals neben dem Jaguar XJ220 zu den wenigen "Seriensportwagen" gehörte, welche die Nordschleife unter 8 Minuten schafften. Fahrer- und Beifahrerairbag fanden nacheinander Einzug in die Produktion. Allradantrieb- und Lenkung (nun elektronisch statt hydraulisch) wurden ebenfalls verbessert. Eine limitierte, NISMO 400R genannte Sonderversion schöpfte 400PS aus 2,8l.
 

 

10. Generation 1998-2002

Der R34 wurde wiederum agressiver gestylt und verfügte über einen kürzeren Radstand als sein Vorgänger. GTR Modelle erhielten u.a. ein TFT Monitor auf der Mittelkonsole, welcher bis dahin übliche Analog Zusatzinstrumente ersetzte. Da die japanische Regierung auf 2003 strengere Abgasgrenzwerte einführte, wurde die Produktion des RB26DETT eingestellt und noch eine Reihe Sondermodelle lanciert.
 

 

11. Generation seit 2008